
Das ist der zweite Teil der Comicserie, in der Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann alias Mynt über die Höhen und Tiefen ihrer zweijährigen Wohnungssuche erzählen. Der erste Teil kann hier nachgelesen werden.






Diese Geschichte macht auf einen weitverbreiteten Irrglauben aufmerksam: Viele glauben, Neubauten seien durchweg barrierefrei oder rollstuhlgerecht. Doch oftmals stimmt das nicht.
Selbst bei Neubauten beschränkt sich die Barrierefreiheit meist auf Mobilitätseinschränkungen. Sehbehinderte Menschen werden in den meisten Mietshäusern nicht mitgedacht – etwa bei Touchscreens an modernen Kochherden oder bei Gegensprechanlagen. Das ist nur ein Beispiel von vielen.
Auch bei Rollstühlen denken Planer:innen oft zu kurz: Sie berücksichtigen meist nur die herkömmlichen Aktivrollstühle, nicht aber Elektrorollstühle, die mehr Platz brauchen. Verantwortlich dafür sind auch die veralteten SIA-Baunormen, die dringend überarbeitet werden müssen.
Diese Geschichte macht auch deutlich, dass das Personal von Verwaltungen oft absolut keine Ahnung von Behinderung hat. Auf unserer bereits zwei Jahre dauernden Wohnungssuche ist uns noch keine Verwaltung begegnet, die sich auch nur ansatzweise mit Behinderung befasst hat – geschweige denn sich damit auskannte.
Ein weiteres grosses Problem: Für Bauherr:innen und Architekt:innen endet Rollstuhlgängigkeit offenbar an der Wohnungstüre. Labyrinthartige Wege durch Tiefgaragen und schwere Brandschutztüren zur eigenen Wohnung machen diese weder rollstuhlgängig noch barrierefrei. Hier fehlt schlicht das Nachdenken über die Menschen, die später dort wohnen sollen.
Comicserie Wohnungssuche mit Behinderung
Der angespannte Wohnungsmarkt setzt viele unter Druck, für Menschen mit Behinderungen ist er kaum zumutbar. In der Comicserie Wohnungssuche mit Behinderung erzählen Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann alias Mynt von den Schwierigkeiten und Absurditäten, die sie bereits seit zwei Jahren erleben: Inserate, die Barrierefreiheit vortäuschen, Vermieter:innen, die vor Umbauten zurückschrecken, oder Planer:innen, die Menschen mit Behinderungen schlicht nicht mitdenken. Ihre Erfahrungen zeigen gravierende strukturelle Probleme, Diskriminierung und Ignoranz auf dem Wohnungsmarkt, aber auch Momente echter Solidarität.




