
Das ist der sechste Teil der Comicserie, in der Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann alias Mynt über die Höhen und Tiefen ihrer zweijährigen Wohnungssuche erzählen. Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 können hier nachgelesen werden.









Nichts. Und wieder nichts.
So lässt sich das Ergebnis dieser Wohnungsbesichtigung zusammenfassen.
Die Geschichte zeigt, wie die Profitorientierung vieler Immobilienverwaltungen genau dort am härtesten trifft, wo Solidarität am meisten bewirken könnte. Die Gedankenlosigkeit der Verwaltung hat nicht nur unsere Wohnungssuche behindert, sondern auch eine engagierte Mieterin respektlos behandelt.
Was im Comic keinen Platz fand:
Die über 80-jährige Frau hatte in dieser Woche bereits mehrere Besichtigungen begleitet. Obwohl sie ihren Mann im Rollstuhl zu Hause pflegt, öffnete sie die Türen, zeigte die Wohnungen und beantworte geduldig die Fragen – im Glauben, potenziellen Nachmieter:innen zu helfen. Im Nachhinein gesehen: für nichts. Denn die Wohnung war zu diesem Zeitpunkt längst wieder unter Vertrag.
Diese Form von Respektlosigkeit ist kein Einzelfall. Wir haben diese Situation bei unseren Wohnungsbesichtigungen mehrfach erlebt. Sie ist ein Symptom dafür, wie wirtschaftliche Interessen unsere zivilgesellschaftliche Stabilität schwächen: Immer wieder finden Besichtigungen statt, obwohl die Entscheidung längst gefallen ist. Die Verwaltungen scheinen sich nicht darum zu scheren, in eine verlässliche Kommunikation zu investieren. Stattdessen nehmen sie in Kauf, dass sowohl Mieter:innen als auch Wohnungssuchende vergeblich enorme Anstrengungen und Belastungen auf sich nehmen.
Wenn Verwaltungen jeglichen Aufwand meiden, der ihnen keinen konkreten Nutzen bringt, ist das für Menschen mit Behinderungen besonders problematisch: Sie sind darauf angewiesen, dass notwendige bauliche Massnahmen offen diskutiert werden können, ohne dadurch einen Nachteil zu erfahren. Denn jede gewinnorientierte Entscheidung, die Barrierefreiheit ausschliesst, benachteiligt systematisch – und nimmt die ohnehin knappen Chancen auf zugänglichen Wohnraum.
Diese Situationen zeigen, wie sehr es an klarer Kommunikation und verbindlichen Verfahren im Wohnungswesen fehlt – etwa dass solch elementare Dinge wie die Vertragsunterzeichnung so lange nicht kommuniziert werden. Und wie dringend wir inklusive und respektvolle Strukturen brauchen, die echte Chancengleichheit schaffen.




